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EVP zur visionslosen Alterspflegepolitik

Die EVP begrüsst die Leit­li­nien „Basel 55+“, kri­ti­siert aber die visi­ons­lo­sen Leit­li­nien zur Alters­pfle­ge­po­li­tik.

Im Bericht zur Alters­pfle­ge­po­li­tik ver­misst die EVP Basel-Stadt sta­tis­ti­sche Anga­ben zur Demo­gra­phie, deren Ent­wick­lung und der Ent­wick­lung des damit zusam­men­hän­gen­den Betreuungs- und Pfle­ge­be­darf (z.B. in Abhän­gig­keit von Alters­klas­sen). Auch feh­len Pro­gno­sen zu den wich­ti­gen Para­me­tern. Die Richt­li­nien ste­hen so im «luft­lee­ren» Raum.

 

Vor allem aber beschreibt der Bericht «nur» den Ist-Zustand und es fehlt eine Aus­ein­an­der­set­zung mit mög­li­chen zukünf­ti­gen Sze­na­rien. Der Bericht ist visi­ons­los.

 

Wäh­rend man sich in Fach­krei­sen seit eini­gen Jah­ren von der alten Dok­trin «ambu­lant vor sta­tio­när» hin zu «ambu­lant und sta­tio­när» bewegt, blei­ben die Leit­li­nien des Kan­tons bei der bis­he­ri­gen Sicht­weise. Die Stärke des neuen Ansat­zes liegt darin, dass es ver­mehrt einen Aus­tausch zwi­schen ambu­lant und sta­tio­när gibt und noch mehr geben könnte und dass es immer mehr Lebens- und Wohn­for­men gibt, die «dazwi­schen» lie­gen. Im Bericht erwähnt sind zwar «inte­grierte wohn­ort­nahe Grund­ver­sor­gungs­struk­tu­ren», ohne jedoch diese «inter­me­diä­ren» Ange­bote und Struk­tu­ren wirk­lich aus­zu­füh­ren. Der Begriff «inter­me­diär» zeigt eigent­lich auch die Absur­di­tät der Maxime «ambu­lant vor sta­tio­när», da es offen­sicht­lich etwas dazwi­schen gibt und die Über­gänge flies­send sind. Lei­der unter­schei­det die Finan­zie­rung in die bei­den Kate­go­rien und ver­hin­dert damit ins­be­son­dere eine stär­kere Zunahme der inter­me­diä­ren Ange­bote. Im vor­lie­gen­den Bericht feh­len aus Sicht der EVP jeg­li­che Hin­weise und Absich­ten, wie die beste­hen­den Finan­zie­rungs­hemm­nisse über­wun­den wer­den kön­nen. Der Hin­weis auf den nur klei­nen kan­to­na­len Spiel­raum ist sehr defen­siv.

 

Die hoheit­li­che sture Bei­be­hal­tung von «ambu­lant vor sta­tio­när» wider­spricht im Übri­gen auch dem Grund­satz, wonach «stets aus Sicht der betrof­fe­nen Per­son zu beur­tei­len sei. Hier aber wird von Staats wegen bestimmt, wann jemand in ein Pfle­ge­heim gehen soll/darf/muss.

 

Die EVP for­dert darum, dass der Grund­satz in den Leit­li­nien gemäss die­sen Aus­füh­run­gen geän­dert und ambu­lant und sta­tio­när, bzw. ambu­lant, inter­me­diär und sta­tio­när heis­sen sollte.

 

EVP Basel-Stadt

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